Von OpenWRT zu Freetz

Update: unser aktuelles Freetz-Image (erstellt nachdem AVM den in den Medien bekanntgewordenen Hack bereitgestellt hat) findet ihr hier.

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Der hausinterne Datentransfer nimmt zu, daher benoetigen wir schnelleres WLAN. Unser Linksys WRT54GL ist Thorsten ans Herz gewachsen. Jetzt kommt wohl doch die Zeit der Trennung, da der Router nur den Funkstandard 802.11g beherrscht. Gerne wuerden wir auf 802.11ac umsteigen, die Geraete scheinen uns hier aber noch nicht ausgereift. Gut, dass Vera noch die alte Fritz!Box ihres Vaters im Schrank hat, die 802.11n spricht.

Links alt (11g Router mit OpenWRT 10.03 und 2.4er Linux Kernel), rechts neu (Fritz!Box mit Freetz und 2.6er Linux Kernel)

Links alt (11g Router mit OpenWRT 10.03 und 2.4er Linux Kernel), rechts neu (Fritz!Box mit Freetz und 2.6er Linux Kernel)

Unsere WLAN Empfangssituation ist ein bisschen kompliziert. Etwa 23 Meter sind es zwischen WLAN und Server und dazwischen sind ein paar Waende (wenn auch nur amerikanische). Rund -60 dBm Empfangsleistung misst die WLAN Karte am Server. Greift man mit 802.11g beispielsweise per NFS auf den Hauptrechner zu, wuenscht man sich hoehere Datenraten. Streamt man Filme zum Raspberry Pi ist bei 720p Schluss — und auch hier muss man schon mit einem grossen lokalen Puffer arbeiten.

Der Linksys WRT54GL bietet aber vieles, das man nicht mehr missen moechte. Als Betriebssystem laeuft auf unserem ein kleines Linux (OpenWRT 10.03) welches Zugriff per ssh oder auch tcpdump bietet. Da OpenWRT auf 802.11ac noch nicht so verbreitet ist und die Geraete teils auf einer alten Version des 11ac-Drafts beruhen, machen wir einen Zwischenschritt. Eine „alte“ Fritz!Box 7270v3 haben wir noch im Schrank. Diese ist eigentlich ein DSL Modem und WLAN Router, die DSL Funktionalitaet laesst sich aber abschalten. Sie bietet WLAN nach 802.11n mit 300 MBit/s, also 2 spatial Streams bei 40 MHz Kanalbandbreite. Wir hoffen, dass uns dies bei unserer Umgebung, die stark von Multipath-Ausbreitung gepraegt ist, viel bringt. Und wenn nicht, helfen immerhin der 40 MHz Kanal zu doppelt so hohen Datenraten bei gegebener (niederstufiger) Modulation und die bei 11n dazugekommenen LDPC Codes zu robusten Verbindungen und damit zu weniger Wiederholungen durch Paketfehler. Freude ist also vorprogrammiert.

Die Fritz!Box ist ein sehr tolles Geraet, bietet aber mit der Standardsoftware nicht alle Vorzuege von OpenWRT. Hier behelfen wir uns mit der Linux Distribution Freetz (der Name ist ein Wortspiel aus free und fritz). Wir bauen uns ein Freetz Image das alles hat was wir uns wuenschen: iptables, dnsmasq, die Tools aus dem iproute Paket und tcpdump. Das Image basiert auf dem 2.6.32er Linux Kernel. Neben Zugang per ssh gibt es zwei Weboberflaechen zur Konfiguration: die vom Hersteller AVM bereitgestellte auf Port 80 und die des Freetz Projekts auf Port 81.

Die Freetz Konfigurationsoberflaeche auf Port 81.

Die Freetz Konfigurationsoberflaeche auf Port 81.

Aktuell funken wir trotzdem noch mit 802.11g vom Server zur Fritz!Box, denn die 802.11n Karte fuer den Server ist noch in der Post. Die erreichte Datenrate ist mit 18 MBit/s etwa so hoch wie beim Linksys Router, die Schwankungen sind aber viel geringer. Das kann am Atheros Chipsatz liegen, den AVM verwendet. Moeglicherweise verwendet die Fritz!Box ihre drei Antennen aber auch fuer Diversity, wenn sie 802.11g spricht.

Unser Image und das zugehoerige config File aus „make menuconfig“ hostet der Technik-Blogger „Pete“ in seinem Artikel ueber Freetz auf der Fritz!Box 7270v3. Danke an Pete fuer’s Hosten und die Diskussion.

Update 26. November 2013: die im Maerz verwendete Version (ich hatte zu diesem Zeitpunkt den trunk des freetz Projekts ausgecheckt) verursachte immer wieder Abstuerze bei den Ethernetports. Ein Update auf den Entwicklungsstand von Mitte November behebt dieses Problem auf meiner Box.

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Über hehnblog

Vera und Thorsten Hehn gehen fuer 18 Monate in die USA. Hier erzaehlen wir von unseren Erlebnissen.
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2 Antworten zu Von OpenWRT zu Freetz

  1. Oliver Hartkopp schreibt:

    Hey Thorsten,

    ich kann Deinen ans Herz gewachsenen Linksys WRT54GL gut nachvollziehen. Ich hab‘ hier seit 2005 den gleichen 🙂

    Seit unsere Fritzbox 7320 in das neue Büro im OG umgezogen ist, ist es im Erdgeschoss etwas schwieriger mit dem WLAN geworden. Ich habe hier noch ein Dlink DIR615 mit DDWRT befreit, der nun unten im Kinderzimmer steht und ‚on Demand‘ (Schalterleiste) auf einem zweiten WLAN Kanal mit der selben SSID das Erdgeschoss mit 11n ausleichtet. Der DHCP Server ist weiterhin nur auf der FritzBox aktiv und an den beiden GBit Ports der FritzBox hängen das NAS und der Dlink.
    WTF mache ich jetzt nur mit meinem lieben WRT54GL, snief …

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