Schwanger in den USA

Schwanger sein in den USA, wie ist das eigentlich so? Es gibt viele Vorteile, aber auch ein paar schwerwiegende Nachteile. Ein positiver Aspekt ist zum Beispiel, dass die normalen Packungsgrößen auf die Bedürfnisse Schwangerer angepasst sind.

Von USA-typischen Packungsgrößen werden auch Schwangere prima satt.

Von USA-typischen Packungsgrößen werden auch Schwangere prima satt.

Außerdem darf in amerikanischen Supermärkten jeder, der gehbehindert, alt und gebrechlich oder auch nur dick und faul ist, auf einem speziellen Wagen durch die Gänge cruisen. Vera nutzt die Gunst der Stunde das Gefährt einmal auszuprobieren ohne schief angesehen zu werden. Allerdings ist der Fahrspaß etwas geringer als in Thorstens Firmenwagen, denn gut voran kommt man nicht und die Lenkung ist schwerfällig.

In den USA müssen Schwangere keine schweren Einkaufskörbe schleppen, sondern können mit diesem Elektrofahrzeug gemütlich durch die Gänge und sogar bis zum Auto fahren.

In den USA müssen Schwangere keine schweren Einkaufskörbe schleppen, sondern können mit diesem Elektrofahrzeug gemütlich durch die Gänge und sogar bis zum Auto fahren.

Wer Glück hat so wie wir hat auch ein tolles Krankenhaus in der Nähe, dass sich eher wie ein Hotel anfühlt. Allerdings hören damit die Vorteile auch schon fast wieder auf. Die Kaiserschnittrate ist in den USA sehr hoch und liegt bei ca 30 %. Allerdings stellen wir überrascht fest, dass der Anteil in Deutschland inzwischen auch bei 30 % liegt. Deutschland liegt damit unter den europäischen Ländern an der Spitze – kein guter Trend, wie wir finden. Regional gibt es aber große Unterschiede, so liegt die Kaiserschnittrate in Bayern mit 40 % sogar deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Doch zurück zu den USA: Ganz klare Verlierer sind die Mütter hier in Bezug auf den Mutterschutz – es gibt quasi keinen. Seit dem Familiy and Medical Leave Act von 1993, ist es gesetzlich verankert, dass Frauen für die Geburt ihres Babys bis zu 12 Wochen „maternity leave“ nehmen dürfen. Allerdings ist dem Arbeitgeber überlassen, ob er den Müttern in dieser Zeit ein Gehalt zahlt. Nur wenige Staaten schreiben einen bezahlten Mutterschutz bei meist stark eingeschränktem Gehalt vor. Kleine Firmen unter 50 Mitarbeitern oder Arbeitgeber, bei denen die Frau weniger als ein Jahr oder mit geringem Stundenumfang beschäftigt war, sind von der bundesweiten Mutterschutzregelung ganz ausgenommen. Die USA liegen damit unter den industrialisierten Ländern auf Platz 20 von 21, während Deutschland mit Mutter- und Vaterschutz, Elterngeld und Elternzeit recht weit vorne mit dabei ist. Als Folge kehren in den USA viele Mütter schon nach wenigen Wochen wieder in den Beruf zurück – oder bleiben als „Stay-at-home-mum“ gleich ganz zu Hause.

Um den Beitrag wieder zum Positiven zu wenden – Geburtsvorbereitung macht hier richtig Spaß. So wird beim Einstieg in den Stillkurs ersteinmal ein lehrreiches Rap-Video gezeigt (Achtung Nürnberg, bitte nicht nachmachen! Wir wissen seit der „Happy“ Produktion von N1, dass lockeres Tanzen einfach nicht zur Stärke der Franken zählt. Bleibt bei der Bratwurst ohne Gesang!). In den USA gibt es auch eine größere Auswahl an privaten Nabelschnurblutbanken da die USA hier Vorreiter waren, wobei man sich darüber streiten kann ob das nun ein Vorteil ist. In Italien sind die privaten Anbieter dieses Services sogar verboten. Abschließend möchten wir noch behaupten, dass die USA ein Stoffwindel-Mekka sind, wobei wir aktuelle Trends aus Deutschland nicht kennen. Vera wird das aber mal ausprobieren und freut sich schon dass bald ihre Probepackung mit der Post kommt. Und zu guter Letzt gibt es hier noch den netten Brauch der „Baby Shower“, bei der es Geschenke für das zukünftige Baby regnet („the baby is showered in gifts“). Auch Veras Freundinnen veranstalten ein Kaffeekränzchen mit Kuchen und Spielen auf das wir schon gespannt sind.

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Über hehnblog

Vera und Thorsten Hehn gehen fuer 18 Monate in die USA. Hier erzaehlen wir von unseren Erlebnissen.
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