Kuerbiszeit

In ein paar Wochen ist wieder Halloween. Die Nachbarn haben teils schon ihre Tueren dekoriert, Costco verkauft Kuerbisse, die ich nicht tragen kann, und Suessigkeiten scheint man jetzt vorzugsweise in Saecken zu erwerben.

Wir entscheiden uns fuer einen kleineren Kuerbis und wollen dieses Jahr wieder eine Fratze schnitzen. Das haben wir 2012 schon mal gemacht und die Ergebnisse sind ganz nett geworden. In diesem Jahr schnitzen wir (vornehmlich Vera) einen Kuerbis, der einen Mini-Kuerbis in der Mangel hat. Mal sehen, ob wir damit ein paar Kinder aus der Nachbarschaft faszinieren koennen. 😉

Es geht los: wir schnitzen Kuerbisse fuer Halloween 2014.

Es geht los: wir schnitzen Kuerbisse fuer Halloween 2014.

Vera baeckt Riesenplaetzchen in Kuerbisform.

Vera baeckt Riesenplaetzchen in Kuerbisform. Den Ausstecher dazu haben wir neulich im Supermarkt entdeckt.

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American Girl

Unsere kleine Amerikanerin passt sich in den USA gut an. Hier ein paar Beweisfotos.

Regel 1: Immer ein Hoody tragen.

Kommt immer gut an: ein Hoody tragen

Regel 2: Immer schlabrige Hosen tragen.

Auch gern gesehn: schlabbrige Hosen.

Regel 3 ist die wichtigste: Immer einen Burger bestellen.

Und das Wichtigste fuer eine gute Verankerung in der Gesellschaft: immer einen Burger bestellen. 🙂

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iPhone 6

Seitdem ich das Samsung Galaxy S3 habe, hat mir die Apple-Fraktion immer folgende Kommentare unter die Nase gerieben:

  • Das Samsung Galaxy S3 ist viel zu gross. Es ist nicht bequem in der Hosentasche und schlecht mit einer Hand zu bedienen.
  • Samsung ist der hinterherhinkende Nachahmer und Apple der Innovationsmotor.

Da kann ich’s mir nicht verkneifen, dieses Foto zu posten. Vera haelt links das iPhone 6 (2014) und ich rechts mein altes Galaxy S3 aus dem Jahr 2012. Beide Telefone wiegen jeweils ~130 Gramm. Was faellt auf?

iPhone 6 und ein zwei Jahre altes Galaxy S3.

Im Apple Store in der Somerset Mall: iPhone 6 und ein zwei Jahre altes Galaxy S3.

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…like nobody else

Werbeversprechen in den USA sind immer wieder amuesant. Von „Greatest thing ever“ bis „You need this!“ haben wir schon alles gesehen. Zumindest dachten wir das.

Jetzt kommt aber T-Mobile US um die Ecke und bewirbt seine Abdeckung mit „We have you covered like nobody else.“ Das stimmt, denn so schlecht ist wirklich kein anderer. Es ist aber anzunehmen, dass die Marketingabteilung von T-Mobile US das so nicht gemeint hat.

Wir rufen die Empfangssituation nochmal kurz ins Gedaechtnis:

  • Mit T-Mobile US kann Vera an der Uni in Ann Arbor nur draussen telefonieren.
  • Bei Thorsten im VW-Gebaeude in Auburn Hills gibt’s null oder einen Balken. Rund ein Drittel der Anrufe gehen direkt auf die Mailbox, da das Handy nicht im Netz eingebucht ist.
  • Die Zellen scheinen extremes Beamforming zu betreiben, bei dem bestimmte Nutzer priosiert werden (ggf. Regierungsmitglieder oder Beruehmtheiten). Man bemerkt, auch bei freier Sicht und stationaerem Endgeraet, starke Schwankungen. Unsere Zelle in  Franklin (Dorfszenario) schraubt uns gerne von fuenf auf einen Balken herunter und beendet dann auch gleich das Gespraech. Man krebst dann mit null bis einem Balken herum — vermutlich, bis der VIP aufgelegt hat oder sich auf einen zubewegt.
  • Unsere Gegend stuft T-Mobile US auf seiner Karte als gut ausgebaut ein. Sehr witzig. 🙂
Die Abdeckungskarte von T-Mobile.  Die Maisfelder in der Mitte der USA scheint man bestens versorgt zu haben -- Bravo!

Die Abdeckungskarte von T-Mobile US. Man hat sich anscheinend auf die Maisfelder in der Mitte der USA konzentriert. Dort hat man sicher grosse Zellradien, aber ob das strategisch klug ist?

Wer einen USA-Aufenthalt plant, sollte auf keinen Fall T-Mobile US in Erwaegung ziehen. Wir haben weder in Michigan, noch bei unseren Besuchen an der West- oder Ostkueste ein vernuenftiges Netz vorgefunden. Unsere Telefone sind fuer das 2G- und 3G-Netz geeignet. Stand: September 2014.

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Simpsons Guy

Der amerikanische Fernsehherbst startet mit einer kleinen Sensation: die Griffins aus Family Guy treffen auf die Simpsons.

Ein Klassiker neu aufgelegt: Bart zeigt Stewie und Brian, wie man Moe einen Telefonstreich spielt.

Ein Klassiker neu aufgelegt: Bart zeigt Stewie und Brian, wie man Moe einen Telefonstreich spielt.

Schon seit laengerer Zeit gab es Geruechte, dass Family Guy und Die Simpsons eine gemeinsame Folge planen. Zum Auftakt der dreizehnten Staffel von Family Guy (S13E01) verschlaegt es die Griffins nun tatsaechlich nach Springfield, wo sie auf Homer und seine Familie treffen. Die Folge ist ein Feuerwerk aus Anspielungen und kleinen Sticheleien, die immer wieder die Konkurrenzsituation der beiden Formate durchscheinen lassen.

Fuer Family Guy war die Folge ein Quotenrekord und fuer uns war’s ein sehr witziger Fernsehabend. Wer beide Serien kennt sollte diese Folge auf keinen Fall verpassen.

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Blackout-Counter++

„I am her Boyfriend“ ist der letzte Satz, den wir von Dr. Sheldon Cooper hoeren, bevor’s auf dem Fernseher und rundherum finster wird. Draussen tobt ein heftiger Sturm. Der Strom kommt und geht, aber bleibt nicht lang genug um den Raspberry Pi nochmal zu booten. Nach acht abgebrochenen Bootvorgaengen geben wir auf und ziehen den Stecker. Vera zuendet Kerzen an und der Gaskocher wird wieder aus dem Schrank geholt.

Am Morgen danach wird uns klar, was der Sturm angerichtet hat. In der Nachbarschaft sind Strassen gesperrt: Baeume sind auf die Stromleitungsmasten gefallen und die Stromleitungen liegen in den Gaerten herum.

Diesmal wird’s wohl etwas laenger dauern, bis das alles wieder repariert ist. Insgesamt sind ueber 350 000 Leute im Gebiet um Detroit ohne Strom.

25000 haben schon wieder Strom. Aber der Fortschrittsbalken ist noch nicht merklich nach vorne gekommen.

25000 haben schon wieder Strom. Aber der Fortschrittsbalken ist noch nicht merklich nach vorne gekommen.

Wie bei allem Billigen wird’s auch hier richtig teuer. Statt einmal vernuenftige Infrastruktur aufzubauen, flickt man im Dauereinsatz an allen Ecken das provisorisch ueberirdisch verlegte Stromnetz. Was uns frueher abenteuerlich vorkam ist an dieser Stelle einfach nur noch aetzend.

Der zweite Morgen nach dem Sturm. Ich hole bei Starbucks Kaffee und schreibe dieses Update. Aktuell sind 200 000 noch ohne Strom. Die Leute vor mir in der Schlange diskutieren darueber wer einen Generator hat und wer nicht. Ich denke ein bisschen ueber die USA nach: ueber Tesla und das Stromversorgungsproblem. Ueber Industrienationen und Dritte-Welt-Probleme. Ueber staendig in der Arbeit sein und die Probleme zu Hause. Und ueber das Wetter, denn der naechste Regen koennte unseren Keller ueberfluten. Es ist aber fuer drei Tage Sonnenschein gemeldet. Wahrscheinlich ist das das Geheimnis der USA das ich noch nicht verstanden hab.

Es ist Sonntag abend und wir sind 48 Stunden ohne Strom. Das ist fuer uns ein neuer Rekord, aber nicht grade ein Grund zu jubeln. Der Stromanbieter hat eigenen Angaben zu Folge etwa die Haelfte der betroffenen Kunden bereits wieder angeschlossen. Wir nutzen die technikfreie Zeit und spazieren durch Birmingham. Abends entdecken Vera und Melina die faszinierende Welt der Schattenspiele. 🙂

Wer braucht schon Netflix? Melina gefallen die Schattenspiele mit der Maus und der Ente sehr gut.

Wer braucht schon Netflix? Melina gefallen die Schattenspiele mit der Maus und der Ente sehr gut.

Tag 4 nach dem Sturm – jetzt sind wir schon ueber 80 Stunden ohne Strom und ich wieder beim Starbucks. Der Typ am Nebentisch wird von einem Bekannten eingeladen bei ihm zu wohnen bis der Strom wiederkommt. Er ist sich aber sicher, dass heute Abend alles wieder funktioniert. Don’t Stop Believing. Jetzt sind nur noch 60000 ohne Strom. Das entspricht von der Menge einem normalen Stromausfall, aber die verbleibenden Fehlstellen sind wohl eher die Vereinzelten und Verstreuten. Ich bin da nicht so sicher, dass heute abend alles wieder geht.

Am Dienstag Abend, und damit nach 96 Stunden, sind wir wieder ans Stromnetz angeschlossen. Statt in Freudentaumel auszubrechen, kommt das Deutsche „Was-waere-Wenn-Denken“ bei uns durch. Was waere wenn es Melina nicht so einfach waere und sie etwas zugefuettert bekommen muesste? Was waere wenn man aus medizinischen Gruenden alle paar Stunden Strom braeuchte?

Wir fuellen schnell alle Wasserkanister auf, denn fuer morgen hat sich bereits der naechste Sturm angekuendigt. Und waehrend das Wasser laeuft, laesst sich schnell das Erlernte zusammenfassen:

  • Eine LED-Maglite leuchtet mit einem Satz Batterien locker fuenf Naechte komplett durch. Das gilt fuer die 2D- als auch die 3D-Version.
  • Kann sich eine Industrienation so etwas wirklich leisten?
  • Wasser wird total unterschaetzt. Freut Euch ueber Leitungswasser!
  • An ganz vielen Stellen akzeptiert die amerikanische Gesellschaft Dinge, bei denen absehbar ist, dass sie nur mit viel Zutun und Handarbeit funktionieren werden. Diese kleinen Feuer, die immer wieder ausgetreten werden muessen, lenken ganz massiv von der eigentlichen Taetigkeit ab. Dies widerspricht der europaeischen Grundeinstellung: wir stecken gerne mehr Aufwand rein, aber wollen dann eine Zeit lang nichts mehr damit zu tun haben. Beispiele neben dem Verlegen von Stromleitungen: Strassenbau, Bezahlen mit Schecks, Hausbau und -isolierung, etc.
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Herbstlaeuten

Der Sommer in Michigan neigt sich dem Ende entgegen. Die Naechte werden kalt und viele Unwetter ziehen ueber uns hinweg. Am Montag ist Labor Day und damit beginnt im Volksmund der Herbst.

Wir verabschieden uns von den heissen Sommern in Michigan mit einem ganz kleinen Grillfest und verbringen einen gemuetlichen Nachmittag im Freien.

Relaxte Haltung: gleich wird gebruttzelt.

Relaxte Haltung: gleich wird gebrutzelt.

Kulturelles Training fuer Melina: "When you think of Fast Food, think of Bratwurst!"

Kulturelles Training fuer Melina: „When you think of Fast Food, think of Bratwurst!“

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